Bahnausbau von Kirchenlamitz bis Marktredwitz: Intensiver Dialog mit dem Landkreis Wunsiedel

Blick hinter die Kulissen: Info-Termin am 15. November 2021

Mitte Oktober 2021 hat das Projektteam die Planungsergebnisse für den Bahnausbau zwischen Kirchenlamitz und Marktredwitz vorgestellt. Seitdem haben wir uns intensiv mit den Bürgerinnen und Bürgern aber auch mit den Kommunen im Landkreis Wunsiedel über die Ziele und voraussichtlichen Auswirkungen des Projekts ausgetauscht. Mitte Februar haben wir nun einen abschließenden Dialog mit dem Landrat, Peter Berek sowie allen Bürgermeister:innen der Kommunen im Landkreis Wunsiedel geführt. Die Ergebnisse dieser Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung haben wir im Folgenden zusammengefasst.

Ergebnisse der Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung

Insgesamt 75 Fragen oder Kommentare haben uns dabei auf verschiedenen Wegen erreicht. Das größte Interesse lag beim Schallschutz, etwa die Hälfte der Anfragen bezog sich auf diese Thematik. Aber auch die Maßnahmen an Brücken, der zukünftige Verkehr oder die Bahnhöfe wurden thematisiert. Die meisten Fragen und Kommentare wurden beim Online-Infotermin übermittelt oder bei den Bürgersprechstunden gestellt, aber auch von den Kommunen sowie über die Mailadresse des Projektes wurden wir kontaktiert. Rund 30 Nachrichten betrafen die Stadt Marktleuthen, etwa 15 Nachrichten die Stadt Kirchenlamitz und rund 10 Nachrichten die Gemeinde Röslau. Die restlichen Nachrichten bezogen sich nicht auf einen bestimmten Ort.

 

Blick hinter die Kulissen (v.l.n.r.): Matthias Holfeld, Projektleiter Elektrifizierung Hof–Marktredwitz, Gesamtprojektleiter Ostkorridor Süd, Norman Wilk aus dem Homeoffice und Anastasia Husser, Kommunikatorin Bahnausbau Nordostbayern

Den Online-Infotermin am 15. November 2021 haben mehr als 40 Menschen live verfolgt, eine Aufzeichnung davon kann weiterhin eingesehen werden. Dabei wurden 23 Fragen gestellt. Für die beiden Bürgersprechstunden in Marktleuthen und Marktredwitz am 29. November wurden insgesamt sechs Gesprächstermine angeboten, ein weiterer Termin hat virtuell stattgefunden. Die Inhalte zu den Planungsergebnissen auf der Webseite erzielten etwa 7.500 Aufrufe zwischen Mitte Oktober 2021 und Mitte Februar 2022. In der Presse wurde im gleichen Zeitraum in mindestens rund 10 Artikeln über das Projekt und die Planungsergebnisse berichtet.

Region profitiert von Schallschutz

Besonders positiv haben Anwohner:innen sowie Medien aufgenommen, dass die Region durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof–Marktredwitz erstmals Schallschutz bekommt. Darüber hinaus profitieren Bürgerinnen und Bürger auch von einem besseren Personenverkehr, zum Beispiel durch kürzere Fahrzeiten und den barrierefreien Neubau der Verkehrsstation im Bahnhof Marktredwitz als Fernverkehrsknoten. Die vorgestellte Einteilung des Genehmigungsverfahrens mit einem gesamthaften Genehmigungsverfahren für alle Betroffenen im Landkreis Wunsiedel führte unter den Bürgern zu keinen Rückfragen.

v.l.n.r.: Sabrina Kaestner, 1. BM Marktleuthen, Torsten Gebhardt, 1. BM Röslau, Matthias Holfeld, Projektleiter Hof–Marktredwitz, Thomas Schwarz, 1. BM Kirchenlamitz, Peter Berek, Landrat Lkr Wunsiedel; hybrid: Oliver Weigel, OB Marktredwitz

In einem abschließenden Dialog mit dem Landrat Peter Berek, Thomas Schwarz, 1. Bürgermeister Stadt Kirchenlamitz, Sabrina Kaestner, 1. Bürgermeisterin Stadt Marktleuthen, Torsten Gebhardt, 1. Bürgermeister Gemeinde Röslau, Nicolas Lahovnik, 1. Bürgermeister Stadt Wunsiedel sowie Oliver Weigel, Oberbürgermeister Stadt Marktredwitz hat die DB Netz AG den aktuellen Planungsstand erläutert. Die Teilnehmer begrüßten ebenfalls die nun geplanten Schallschutzmaßnahmen und die Verbesserungen sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr. Die DB Netz AG hat als Vorhabenträgerin des Projektes vorgeschlagen, die Genehmigung der Projektinhalte im Landkreis Wunsiedel in genau einem Genehmigungsverfahren zu beantragen und damit nur ein vorbereitendes Verfahren im Landkreis Wunsiedel durchzuführen. Der Landrat und die Bürgermeister:innen befürworten und unterstützen das Ansinnen der DB und sprechen sich ebenso für die Durchführung von einem vorbereitenden Verfahren im Landkreis Wunsiedel aus. „Wir begrüßen es, dass alle Kommunen von Kirchenlamitz bis Marktredwitz gemeinsam in das Planrechtsverfahren gehen und damit die gleichen Rahmenbedingungen zeitlich wie juristisch für den Landkreis Wunsiedel gegeben werden“, sagt Peter Berek, Landrat des Landkreises Wunsiedel. Torsten Gebhardt, 1. Bürgermeister der Gemeinde Röslau stimmt zu und ergänzt: „Die aktuellen Planungen für den Bahnausbau in unserem Landkreis erfüllen unsere Erwartungen. Insbesondere freuen wir uns über die geplanten Lärmschutzmaßnahmen, von denen Bürgerinnen und Bürgern stark profitieren werden. Durch die Berücksichtigung des Lärmschutzes erwarten wir eine hohe Zustimmung der Bevölkerung zu diesem Projekt und nehmen den Wunsch der Bürger:innen nach einer zügigen Realisierung wahr.“

Konstruktiver und transparenter Dialog mit der Region

Mit dem zurückliegenden Dialog ist DB-Projektleiter Matthias Holfeld zufrieden: „In den vergangenen Wochen und Monaten konnten wir einen intensiven Austausch mit der Öffentlichkeit zu den Zielen und Auswirkungen des Projekts führen. Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern und auch bei den Kommunen für einen sehr konstruktiven Dialog. Wir konnten viele Fragen aus der Region beantworten und so auch schon zu diesem frühen Zeitpunkt transparent informieren. Die Anregungen und Vorschläge nehmen wir in die weiteren Planungsschritte mit und prüfen, ob diese eingearbeitet werden können. Natürlich sind wir aber auch weiterhin für die Bürgerinnen und Landkreis Wunsiedel bei Fragen über unsere Webseite ansprechbar."

Rückblick: So sah der Bürgerdialog aus

Hier haben wir noch einmal wichtige Informationen im Überblick, mit Klick auf das jeweilige Foto gelangen Sie zum entsprechenden Inhalt:

Eine vollständige Zusammenstellung aller Fragen und Nachrichten finden Sie hier:

2022-03-18_Ergebnis_FrÖB_Kirchenlamitz-Marktredwitz_final

Hintergrund: Anlass der Bürgerbeteiligung

Im Jahr 2016 hat die DB Netz AG eine Frühe Öffentlichkeitsbeteiligung für die reine Elektrifizierung der Bahnstrecke von Hof nach Marktredwitz durchgeführt. Die vorgestellten Inhalte führten seinerzeit zu erheblichen Einwendungen und Protesten gegen das Projekt. Betroffene Anwohner:innen, aber auch Vertreter der Kommunen und Landkreise forderten mit der Elektrifizierung Lärmschutzmaßnahmen. Darüber hinaus sollte die Strecke nicht nur für die Erfordernisse des Güterverkehrs, sondern auch für die des Personenverkehrs ausgebaut und die Genehmigungsverfahren an der Landkreisgrenze und nicht, wie 2016 geplant, an der Gemeindegrenze zwischen Schwarzenbach an der Saale und Oberkotzau geteilt werden.

Seit Inkrafttreten des aktuellen Bundesverkehrswegeplans im Dezember 2016 dient der Streckenabschnitt Hof–Marktredwitz dem Ausbauvorhaben Ostkorridor Süd. Der Bund und die DB Netz AG gehen seither von einer deutlichen Steigerung des Güterverkehrs auf dieser Strecke nach der Elektrifizierung aus. Unter diesen geänderten Rahmenbedingungen hat die DB Netz AG die Wünsche und Forderungen der Betroffenen aufgenommen, geprüft und in die Planung einfließen lassen. Seit Mitte 2021 lag für den Abschnitt Kirchenlamitz–Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel die überarbeitete Vorplanung vor, welche das Projektteam erneut der Bevölkerung vorstellen wollte.

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