Bahnstromleitung: Im Einklang mit Natur und Umwelt planen

Mit dem Bahnausbau Nordostbayern wollen wir eine klimafreundliche Mobilität in der Region ermöglichen. Doch der Bau von Infrastruktur bringt immer auch Auswirkungen auf Natur und Umwelt mit sich – wie passt das zusammen?

In der Planung arbeiten wir intensiv daran, beides in Einklang zu bringen: Den Bau von wichtiger Infrastruktur und den Schutz der Umwelt. Damit die Natur bei unseren Ausbauprojekten nicht mehr als nötig beeinträchtigt wird, investieren wir deswegen viel Zeit und Arbeit. Und die beginnt schon viele Jahre bevor die ersten Baumaßnahmen sichtbar werden, denn bereits in frühen Planungsphasen legen wir den Grundstein für die Umweltplanung. Unsere Umweltplaner:innen sind „auf Du und Du“ mit Eidechse, Uhu und Co. Als ersten Schritt untersuchen sie, welche Tiere und Pflanzen rund um die geplante Bahnstromleitung überhaupt vorkommen. Dazu werden beispielsweise Bestandskarten gewälzt, Jäger oder Förster befragt und bei Verbänden oder Behörden recherchiert. Besonderer Fokus liegt dabei auf geschützten Biotopen, Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) und weiteren behördlich ausgewiesenen Schutzgebieten.

Ein Storch sitzt auf einer Bahnstromleitung in Nordrhein-Westfalen. (Foto: DB Energie Borken)
Ein Storch sitzt auf einer Bahnstromleitung in Nordrhein-Westfalen. (Foto: DB Energie Borken)

Im weiteren Planungsverlauf werden auch eigene Untersuchungen durchgeführt: Zum Beispiel wird mittels sogenannter Horchboxen an geeigneten Stellen nach Fledermäusen gesucht. Horchboxen machen die Ultraschallrufe der Fledermäuse für den Menschen hörbar. An anderen Stellen werden Haselmaus-Tubes ausgelegt. Mit diesen Lebendfallen werden Haselmäuse angelockt und können so nachgewiesen werden. Natürlich kommen die Mäuse bei dieser Methode nicht zu Schaden. Außerdem wird ermittelt, welche Waldflächen besonders hochwertig sind und besonderen Schutz erfordern.

Vermeidung, Minimierung und Ausgleich

Wo immer es geht, versuchen wir Beeinträchtigungen gänzlich zu vermeiden. Beispielsweise können Bauarbeiten meist außerhalb der Brutzeiten von betroffenen Vögeln gelegt werden, damit die Tiere erst gar nicht beeinträchtigt werden. Oder wir stellen durch die Platzierung der Maststandorte sicher, dass sensible Flächen umgangen werden. Falls eine Vermeidung nicht möglich ist, versuchen wir die Auswirkungen zu minimieren. So können zum Beispiel die Isolatoren an den Bahnstrommasten so angeordnet werden, dass Vögel damit bestmöglich zurechtkommen. Zudem schaffen wir oftmals auch an anderer Stelle hochwertige Ausgleichsflächen, an denen dann wieder neue Lebensräume wie Biotope entstehen und einen großen Nutzen für Natur und Umwelt haben.

Durch die Überspannung von Waldflächen können Eingriffe vermieden werden.
Durch die Überspannung von Waldflächen können Eingriffe vermieden werden.

Betroffenheit von Waldflächen lässt sich noch nicht beziffern

Vor dem Projekt liegen also noch viele Schritte und umfangreiche Planungsarbeiten, um den Schutz der Umwelt sicherzustellen. Aufgrund dieser sorgfältigen Vorgehensweise können wir heute viele Detailfragen noch nicht beantworten. Beispielsweise lässt sich derzeit nicht seriös benennen, ob und in welchem Umfang Waldflächen von der Bahnstromleitung betroffen sein werden. Das liegt zum einen daran, dass der genaue Verlauf der Leitung noch nicht feststeht, beispielsweise kann schon durch eine entsprechende Platzierung der Leitung innerhalb des 200 Meter breiten Untersuchungsbereichs ein Konflikt mit Bäumen oftmals vermieden werden. Auch bei einem Verlauf durch ein Waldstück, muss das keine Waldeingriffe im großen Stil bedeuten, denn sensible Waldflächen können wir mit der Leitung überspannen. Das ist zwar aufwändig, aber es lohnt sich: Die von den Expert:innen und Behörden als besonders ökologisch wertvoll erachteten Waldbestände werden so schonend überquert. Ohnehin belegt eine Bahnstromleitung nur eine sehr geringe Fläche dauerhaft: Etwa alle 300 Meter werden ca. 3x3 Meter benötigt. Das ist in Summe weniger als ein Hektar Land in ganz Nordostbayern. Unterhalb der Leitung leben Pflanzen und Tiere nahezu unbeeinträchtigt. Zusätzlich wird im Rahmen des Projektes auch an anderer Stelle wieder aufgeforstet - ökologisch mindestens gleichwertig, in vielen Fällen auch höherwertig. 

Durch die Überspannung von Waldflächen können Eingriffe vermieden werden.
Wird ein hochwertiger Wald überspannt, ist nur ein sehr geringer Eingriff für den Mast erforderlich.

Wir unternehmen viel, um den Schutz der Natur beim Bau der Bahnstromversorgung sicherzustellen. Doch eines ist klar: Ganz ohne Eingriffe oder Veränderungen wird es nicht möglich sein, die Schienen-Infrastruktur in der Region zu modernisieren und eine klimafreundliche Mobilität zu ermöglichen. Aber die erforderlichen Eingriffe werden verträglich gestaltet – dafür trägt die DB mit einer umfangreichen Umweltplanung Sorge. Denn um die enormen positiven Effekte der Elektrifizierung für das Klima (z.B. Einsparung von 90 Mio. Lkw-Kilometern pro Jahr) zu heben, darf umgekehrt nicht die Natur auf der Strecke bleiben. Doch eines ist sicher nicht im Sinne von Klima, Umwelt und Menschen: Dass weiterhin tagtäglich zahlreiche Dieselzüge durch die Region fahren. 

 

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