Happy Birthday und "všechno nejlepší", Bahnstrecke Marktredwitz–Schirnding!

Projektleiter Michael Engelmann blickt in die Vergangenheit: So wurden im 19. Jahrhundert Bahnstrecken gebaut.

Runder Geburtstag für eine unserer Bahnstrecken in Nordostbayern: Am 20. November 1879 wurde der Streckenabschnitt Marktredwitz–Schirnding als Teilstück der Bahnverbindung von Nürnberg nach Cheb (Eger) eröffnet. Schon seit 140 Jahren verbindet der Abschnitt nun die Menschen zwischen Deutschland und Tschechien miteinander. Herzlichen Glückwunsch und všechno nejlepší!

Im Jahr 1879 regiert in Deutschland Kaiser Wilhelm I. In Berlin wird die weltweit erste Straße mit einer elektrischen Straßenbeleuchtung ausgestattet. Im März 1879 erblickt in Ulm Albert Einstein das Licht der Welt. Und im November die Bahnstrecke Marktredwitz–Schirnding. Viel ist passiert seitdem: 2 Weltkriege hat die Bahnstrecke überlebt, ganze 21 verschiedene Staatsoberhäupter und 6 verschiedene Währungen erlebt.

Und auch auf den Schienen zwischen Marktredwitz und Schirnding ereignete sich viel: Im Jahr 1879 fährt hier zunächst die Bayerische Staatsbahn. Später folgen die Deutsche Reichsbahn, die Bundesbahn und seit der Bahnreform die Deutsche Bahn AG bzw. die Oberpfalzbahn. Zu den Glanzzeiten der Strecke verkehrt hier sogar der weltberühmte Orient-Express: Bis Mitte des 20. Jahrhunderts fahren die Züge der Verbindung Paris–Prag–Warschau und halten sogar in Marktredwitz und teilweise auch in Schirnding.

Der Blick in die Zukunft: Derzeit wird die Elektrifizierung des Abschnitts geplant.

Übrigens auch im Jahr 1879 fährt auf der Berliner Gewerbeausstellung erstmals eine Elektrolokomotive – entwickelt durch Werner von Siemens. Doch obwohl die Eröffnung der Strecke Marktredwitz–Schirnding und die Geburtsstunde der elektrischen Eisenbahn zeitlich so nah beieinander liegen, könnten beide Ereignisse doch nicht weiter entfernt sein. Denn auch heute, 140 Jahre später, können auf dem Abschnitt noch keine elektrischen Züge fahren. Der Grund ist die bis heute fehlende Oberleitung. Aber das soll sich ändern: Die Elektrifizierung der Strecke von Nürnberg nach Schirnding ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen, die Vorplanung wird derzeit durch unsere Ingenieure erstellt. Mit der Fahrt des ersten elektrischen Zuges zwischen Marktredwitz und Schirnding wollen wir dann in einigen Jahren das nächste Kapitel in der Geschichte der Bahnstrecke aufschlagen. Die Strecke könnte dann auch wieder an ihre großen Zeiten anknüpfen - beispielsweise mit einer schnellen Fernverkehrsverbindung von Nürnberg nach Prag. So rücken die Menschen in Deutschland und Tschechien auf der Schiene näher zusammen. 

 

 

Michael Engelmann ist als Projektleiter für den Ausbau der Strecke von Nürnberg bis Schirnding zuständig. Im DB Museum in Nürnberg wirft er einen Blick in die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland:

Die Bahnstrecke Marktredwitz–Schirnding

Der Abschnitt ist 16 Kilometer lang und eingleisig. Von Marktredwitz aus verläuft die Strecke nahezu parallel zur Bundesstraße 303 durch Arzberg hindurch bis zum Grenzbahnhof Schirnding und von dort an die Grenze zu Tschechien. Auf tschechischer Seite führt die Strecke weiter nach Cheb (Eger). Als Teil des Bahnausbau Nordostbayern wird derzeit die Elektrifizierung des Streckenabschnitts geplant. Gemeinsam mit der Elektrifizierung von Nürnberg nach Marktredwitz soll eine elektrifizierte Verbindung von Nürnberg nach Prag ermöglicht werden. 

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