Deutsche Bahn AG / Max Lautenschläger

Die Bahn unter Strom

Gut fürs Klima, für die Fahrgäste und Anwohner: Durch den Einsatz von elektrischen Zügen wird die Umwelt entlastet, Reisende profitieren von besseren Verbindungen und Anwohner von leiserem Verkehr. Der Bahnbetrieb unter Strom bietet somit viele Vorteile. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten deutschen Bahnstrecken mit Strom betrieben. Im Jahr 1913 wurde ein einheitliches Bahnstromsystem von den damaligen Bahnverwaltungen von Baden, Bayern und Preußen vereinbart. Dieses Einphasensystem mit einer Spannung von 15 Kilovolt ist nach wie vor aktuell. Die Frequenz beträgt heute – fast genauso wie damals – 16,7 Hertz.

 

 

 

Wie kommt der Strom zum Zug?

Die Oberleitungsanlage bringt den Strom zum Fahrzeug. Dazu werden beidseitig entlang der Strecken in Nordostbayern Masten für die Oberleitungen errichtet. Diese sind im Regelfall rund acht Meter hoch und werden in einem Abstand von rund 60 Metern aufgestellt. Die genauen Abstände variieren jedoch wie auch die konkrete Ausführung der Masten je nach baulichen Gegebenheiten an den Strecken. Zum Beispiel kann in Kurven ein abweichender Abstand erforderlich sein.

Die Oberleitungsmasten werden soweit möglich auf bahneigenem Gelände errichtet, so dass nur in Ausnahmefällen fremder Grund benötigt wird. Zur Elektrifizierung gehört aber mehr als nur der Bau von Oberleitungsmasten: So wird beispielsweise im Grenz-Streckenabschnitt von Schirnding zur deutsch-tschechischen Grenze in Richtung Cheb eine Systemtrennstelle der Oberleitung zwischen deutschem und tschechischem Bahnstrom geschaffen.

 

Wie kommt der Strom auf die Oberleitung?

Über die Oberleitung werden die Züge mit Strom versorgt. Aber wie kommt eigentlich Strom auf die Oberleitung? Erzeugt wird der Strom auf vielfältige Weise. Einen Teil erzeugt die DB selbst, beispielsweise im eigenen Wasserkraftwerk in Bad Reichenhall. Der Rest wird aus anderen Quellen zugekauft. Dabei verwenden wir schon heute so viel Strom aus Erneuerbaren Energien wie möglich – rund 57 Prozent derzeit. Ab dem Jahr 2038 wollen wir ausschließlich Ökostrom einsetzen (siehe unten).

Verteilt wird der Strom über ein eigenes Bahnstromnetz. Wie nahezu alle Länder der Welt verfügt auch Deutschland über ein unabhängiges Netz für die Eisenbahn. Dieses ist im gesamten Bundesgebiet mehr als 7.900 Kilometer lang und versorgt jeden Tag zuverlässig rund 20.000 Züge mit Bahnstrom. Es bringt den benötigten Strom mit einer Hochspannung von 110 Kilovolt bis an die Bahnstrecken. An einzelnen Stellen des Schienennetzes wird der Strom dann auf die Oberleitung eingespeist. Dazu muss die Hochspannung von 110 Kilovolt in 15 Kilovolt Bahnspannung umgewandelt werden. Das passiert in den sogenannten Unterwerken. Ein Unterwerk kann rund 50 Kilometer Bahnstrecke mit Strom versorgen, anschließend ist ein weiteres Unterwerk erforderlich. Die einzelnen Unterwerke werden mit Bahnstromleitungen verbunden. In einigen Fällen können die Leitungen mit der Bahnstrecke mitgeführt werden, üblicherweise werden aber eigene Bahnstromleitungen eingesetzt.

 

Erneuerbare Energie im Bahnstrommix

Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien im DB-Bahnstrommix auf 80 Prozent ansteigen. Im Jahr 2038 soll schließlich der komplette Zugverkehr in Deutschland mit Ökostrom betrieben werden. Bereits 2018 speist die DB 57 Prozent Ökostrom in das Netz ein. Das ist ein Anstieg bei Strom aus erneuerbaren Energien gegenüber dem Vorjahr von 13 Prozent. Ursprünglich war ein Anteil von 70 Prozent Ökostrom am Bahnstrom bis 2030 geplant. Die DB ist damit schon heute der größte Ökostromverbraucher in Deutschland. In den kommenden Jahren wird das Unternehmen rund 50 Millionen Euro zusätzlich in den aktiven Klimaschutz investieren.

Übersichtskarte

Video

Aktuelles

Mediathek

Kontakt